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Archäologische Stätte, Engstingen

Grabhügel auf der Haid bei Engstingen-Großengstingen

Grabhügelfelder der Mittleren Bronze- und Hallstattzeit

Auf der Gemarkung Großengstingen befinden sich auf der „Haid“ zahlreiche Grabhügel der mittleren Bronzezeit (16.-14. Jh. v. Chr.) und der Hallstattzeit (8. - 5. Jh. v. Chr.). Im Jahr 1899 wurden in der offenen, weitgehend als Weideland genutzten Landschaft 136 Grabhügel erfasst. Aufgrund der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, verbunden mit tiefen Bodeneingriffen durch den Pflug, waren 70% davon bis 1978 zerstört. Die meisten dieser Hügel wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in das erste Viertel des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Hervorzuheben ist hier der Landwirt und Ausgräber J. Dorn, aber auch M. Aberle und E. Gfröreis. Besonders Dorn wird sehr unterschiedlich bewertet. Von einigen als Raubgräber geschmäht, wird dem Autodidakten von Anderen großer Sachverstand und Kenntnis der archäologischen Verhältnisse bescheinigt. Die Grabungen fanden oft im Auftrag unterschiedlicher Museen statt und die Funde wurden bis nach Berlin und Wien verkauft. Heute sind viele Funde nicht mehr auffindbar oder lassen sich nicht mehr zuordnen und die wenigen Beschreibungen sind im 2. Weltkrieg weitgehend verbrannt.

Detaillierte Informationen zum Grabbau, zur Bestattungsweise und zu Beigabenkombinationen der hallstattzeitlichen Gräber sind aus diesem Grund sehr lückenhaft. Bekannt sind sowohl Brand- als auch Körperbestattungen. Die Hügel wurden z.T. über dem Scheiterhaufen errichtet, es gibt Hinweise auf hölzerne Grabkammern, Bohlenlagen auf denen der Leichenbrand lag, sowie Steineinbauten. Das keramische Fundmaterial umfasst ritz-, stempel- und kerbschnittverzierte Schüsseln, Schalen und Kegelhalsgefäße der Alb-Hegau-Keramik. Daneben sind Bronzebeschläge und Bestandteile von Wagen überliefert, weiterhin Paukenfibeln, Armringe, Nadeln und Schmuckgehänge. Hervorzuheben ist ein prächtiges bronzenes Gürtelblech von 40 cm Länge und 15 cm Breite. Neben geometrischen Mustern zeigt es zeigt figürliche Darstellungen von Pferden und Menschen. Das Stück weist auf Kontakte in den Osthallstattkreis nach Slowenien oder Oberitalien hin und datiert in das 6. Jh. v. Chr.

Preise

Freier Eintritt

Offizieller Inhalt von Biosphärengebiet Schwäbische Alb

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