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Aussichtspunkt, Calw

Blick zum Kloster Hirsau

In der Ferne ist das Kloster Hirsau zu sehen.

Nur eine kurze Strecke nagoldabwärts haben wohl die ältesten Ahnen der Grafen von Calw das Kloster Hirsau im 9. Jahrhundert gestiftet. Der Legende nach waren es ein Graf Erlafried und ein Angehöriger des Grafen, Noting, Bischof von Vercelli (Oberitalien). Der Bau des Klosters sollte dem Seelenheil dienen, die Klosterkirche als eine würdige und angemessene Grablege. Das Aureliuskloster bestand bis um das Jahr 1000, danach verfiel das kleine romanische Kloster, das die Gebeine des Heiligen Aurelius beherbergte. Papst Leo IX. verlangte im Jahr 1049 von seinem Neffen Graf Adalbert II. den Wiederaufbau des zerfallenen Klosters. 1059 begann er mit dem Neubau. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten blühte das Benediktinerkloster unter Abt Wilhelm auf. Da dieses zweite Aureliuskloster für dies aufblühende Klosterleben viel zu klein war, ließ Abt Wilhelm auf der anderen Nagoldseite ein erheblich größeres neues Kloster errichten, das Peter und Paul geweiht war. Im beginnenden Investiturstreit stellte sich Hirsau auf die Seite des Papstes. Die Hirsauer Klosterreform, der sich viele andere Klöster anschlossen und die zur Gründung mancher Klöster führte, wollte wieder zurück zu den Ursprüngen, zu den Regeln des Heiligen Benedikt, zu dem einfachen und klaren mönchischen Leben. Inspiriert war diese Klosterreform von dem französischen Kloster Cluny. Als die Reformation 1534 in Württemberg eingeführt wurde, fielen die meisten Klöster und ihre Besitzungen an Herzog Ulrich in Stuttgart. In Hirsau und 15 anderen Klöstern in Württemberg wurden evangelische Klosterschulen eingerichtet. Der Herzog verlegte seine Sommerresidenz nach Hirsau und ließ auf dem Klostergelände ein Jagdschloss bauen, das 1592 fertiggestellt wurde. Genau hundert Jahre später zerstörten im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Horden General Melacs das Kloster und Schloss. Nur die Mauern blieben stehen. Da Calw ebenfalls zerstört worden war, scheuten sich die Calwer Bürger in ihrer Not nicht, die behauenen Steine des Klosters und des Schlosses abzutragen und für den Wiederaufbau ihrer Stadt zu verwenden. Die von Ludwig Uhland besungene Ulme zu Hirsau, die sich in der Ruine des Jagdschlosses prächtig entfaltet hatte, fiel Anfang der 1990er Jahre einem Ulmensterben zum Opfer.

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