Die Scheffelbüste und das Figurenensemble „Hiddigeigei“
1901 wurde die bronzene Dichterbüste auf dem Münsterplatz eingeweiht. 1941 wurde der Trompeter eingeschmolzen, die Büste gerettet und in den Schlosspark verlegt. Das Ensemble „Hiddigeigei“ wird derzeit restauriert.
Der Freiburger Künstler Matthias Dämpfle beschreibt sein Werk sinngemäß so:
1990 wurde er beauftragt, ein Kunstwerk für den Außenbereich der Villa von Joseph Victor von Scheffel in Radolfzell zu entwerfen, mit Bezug zur Figur des Katers Hiddigeigei aus dem Der Trompeter von Säckingen. Bei seinen Recherchen stieß er auf ein 1901 errichtetes Scheffel-Denkmal in Bad Säckingen, das im Zweiten Weltkrieg im Zuge der „Metallspende“ zerstört wurde – ein Beispiel für den nationalsozialistischen Bildersturm.
Ausgehend davon entwickelte er ein erweitertes Konzept: Einerseits griff er die Zerstörung auf, indem er das historische Denkmal nachbildete, andererseits hinterfragte er grundsätzlich Sinn und Wirkung von Denkmälern, die oft durch Größe und Material Autorität vermitteln.
So entstand sein „Bonsai-Denkmal“: Statt der originalen Büste setzte er eine eigene Skulptur des Katers ein, verkleinerte das Denkmal bewusst und kehrte die üblichen Größenverhältnisse um – der Betrachter blickt darauf herab. Durch nüchterne Materialien wie Beton und verzinktes Metall wirkt das Werk eher sachlich als ehrfurchtgebietend. Die ebenerdige Platzierung im Schlosspark gibt dem Werk schließlich seine offene, kritisch-reflektierende Aussage zurück – ganz im Sinne des skeptischen Katers Hiddigeigei.
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