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Fachwerkhaus, Geislingen an der Steige

Alter Zoll

Spätmittelalterliches Fachwerkhaus im Herzen der Fußgängerzone, einst Zollstation und Speicher. Prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild am Albaufstieg.
Mitten in der Fußgängerzone von Geislingen an der Steige, am historischen Straßenmarkt, liegt die eigentliche Keimzelle der Stadt. Das markante Fachwerkgebäude wurde um 1495 errichtet und steht vermutlich an der Stelle eines älteren Zollhauses der Grafen von Helfenstein. Es zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen spätmittelalterlicher Holzbaukunst in der Region.

Auf einem massiven, gemauerten Erdgeschoss erheben sich zwei Fachwerkobergeschosse mit charakteristischen Giebelvorsprüngen. Das mächtige Krüppelwalmdach mit zahlreichen Gauben und einem seitlichen Aufzugsgiebel verweist auf die frühere Nutzung als Lagerhaus. Im Erdgeschoss lebten die Zollbeamten, während in den oberen Geschossen Naturalabgaben, Zehnten und Pachteinnahmen aus der ulmischen „Unteren Herrschaft“ aufbewahrt wurden.

Die verkehrsgünstige Lage am Albaufstieg prägte Geislingen bereits seit dem 5. Jahrhundert. Später gewann der Ort durch die berühmte Eisenbahnsteige zwischen Stuttgart und Ulm weiter an Bedeutung – eine der ersten Gebirgsquerungen Europas.

Nach dem Ende der Reichsstadtzeit 1803 verlor das Gebäude seine Funktion als Zollstation und diente fortan als Wohn- und Geschäftshaus. Im 19. Jahrhundert teilten mehrere Bürger das Haus in einzelne Stockwerke, später entstanden im Erdgeschoss Ladengeschäfte. Seit 2012 befindet sich das Bauwerk im Besitz der Stadt. Nach umfassender Sanierung erstrahlt das Fachwerk heute wieder in seinem historischen Goldocker.

Eine literarische Verbindung besteht zu Christian Friedrich Daniel Schubart, der in Geislingen als Organist wirkte und hier die Tochter des Oberzollers heiratete.

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