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Gedenkstätte, Calw

Stolperstein - Rosa Creuzberger

HIER WOHNTE ROSA CREUZBERGER GEB. HOFMANN JG. 1889 DEPORTIERT 1943 AUSCHWITZ ERMORDET.

Kurzbiografie Rosa Creuzberger

Im Kaiserreich geboren

Rosa Creuzberger, geborene Hofmann, wurde am 26.09.1889 in Kirchberg bei Fritzlar in Hessen geboren. Sie wurde in eine jüdische Familie hineingeboren, konvertierte aber später wahrscheinlich zum evangelischen Glauben. Zur Zeit der Weimarer Republik 1918 heiratete sie in Frankfurt den Calwer Bäcker und Gastwirt Georg Creuzberger. Im März 1919 zogen sie nach Calw zu den Eltern in die Wohnung und betrieben gemeinsam mit ihnen den Gasthof „Stern“ in der Nonnengasse. Zwei Jahre später gaben sie bekannt, dass sie den Gasthof „Sonne“ gepachtet und neu eröffnet haben. Und im März 1929 kauften sie das bekannte Gasthaus zur „Linde“, Lange Steige 2. Dies modernisierten und eröffneten sie bereits im selben Monat. Die beiden führten das Gasthaus zur „Linde“ erfolgreich und machten auch immer wieder in Anzeigen auf Neuerungen aufmerksam, wie Zentralheizung, fließendes Wasser in ihren Fremdenzimmern oder Fernsprecher, um neue Gäste zu gewinnen. Aber auch für die Calwer Bevölkerung war das Gasthaus ein beliebter Treffpunkt. In der Zeit des Nationalsozialismus Georg Creuzberger verunglückte bei einem Autounfall zwischen Oberhaugstett und Wart im Juni 1943 tödlich. Dieser Unfall hatte für seine Ehefrau tragische Folgen. Offiziell übergab sie laut einer Anzeige kurz nach dem Tod ihres Mannes den Gasthof an die Schwägerin Elfriede und den Schwager Max Creuzberger. In dieser Anzeige gab sie bekannt, dass dies der Wunsch ihres verstorbenen Mannes sei. Rosa Creuzberger war nun in ihrem Witwenstatus und obwohl sie zum evangelischen Glauben konvertiert war, nicht mehr geschützt vor den von den Nationalsozialisten 1935 erlassenen „Nürnberger Gesetzen“. Für die Nationalsozialisten spielte nur die arische Herkunft eine Rolle, da sie ausschließlich in Rassekategorien gedacht haben. Die Religionszugehörigkeit spielte eine nachgeordnete Rolle. Schon im September 1943 wurde sie von der Calwer Polizei im Auftrag der Gestapo abgeholt. Gerade einmal 20 Minuten hatte sie Zeit, um ihre persönlichen Sachen zu ordnen. Bargeld in Höhe von 1500 RM wurde ihr direkt abgenommen, nur 50 Pfennige durfte sie behalten. Das restliche Vermögen wurde im April 1944 vom Finanzamt in Hirsau eingezogen. Über Althengstett wurde sie nach Stuttgart und von dort in das Vernichtungslager nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie 1943 in den Gaskammern ermordet. Damit war Rosa Creuzberger eine von 6 Millionen Juden, die vom NS-Regime ermordet wurden.

Quellen:
 Gabriel Stängle, „Wir waren froh, als es vorbei war“, Die Ausgrenzung und Verfolgung von Juden im Kreis Calw zwischen 1933-1945, Geigerdruck Verlag, Horb a.N. 2017, S.88f.

 Material der Initiative „Calw bleibt bunt“ Die Informationen wurden von Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 12 des Maria von Linden-Gymnasiums im Rahmen des Geschichtsunterrichts erstellt und präsentiert.

Milan Kopf, Kira Holsten, Luka Kosul und Tim Niekisch

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