Das ehemalige Remontedepot Breithülen (Heroldstatt)
Der Ort Breithülen gehört heute zur Gemeinde Heroldstatt und ist nicht mehr Bereitstellungsplatz für Militärpferde.
Das Remontedepot Breithülen
Auf Verfügung des Königs wird in den Jahren 1895/96 der Truppenübungsplatz Münsingen errichtet. Dazu müssen mehrere Gemeinden in der Umgebung Teile ihrer Gemarkung abgeben, so die Orte Ennabeuren, Ingstetten und Magolsheim. Ennabeuren verliert dabei 921 Hektar.
Am südöstlichen Teil des Übungsplatzes plante man einen Aufenthaltsplatz für drei- bis vierjährige Pferde, die so genannten Remonten. Das württembergische Kriegsministerium entschied sich für den Namen „Remontedepot Breithülen“ zur Aufzucht und Ausbildung von Pferden für den Kriegsfall.
Die Nachbarn des Depots profitieren von der Einrichtung, da sie täglich Futter für die Tiere verkaufen können. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Breithülen nicht mehr benötigt. Anstalten der Jugendhilfe fassen zunächst Fuß.
1934, nach Hitlers Machtergreifung, braucht die Wehrmacht das Gelände für ihre Truppen. Mit Kriegsbeginn werden die Soldaten abkommandiert und dienstverpflichtete Zivilisten nehmen ihre Plätze ein. In den letzten Kriegsjahren flüchten zunehmend Zivilpersonen und verwundete Soldaten nach Breithülen. Am 22. April 1945 marschieren amerikanische Truppen ein. Später übernehmen französische Truppen.
Nach wechselvoller Nutzung durch Jugendverbände wird der Ort 1961 wieder in eine militärische Liegenschaft umgewandelt. Das Sanitätskommando 2 erhält hier eine feste Bleibe.
Die Bürgermeister von Ennabeuren Georg Dukek, Hans Anhorn und Karl Ogger machen trotzdem immer wieder den Versuch, Breithülen nach Ennabeuren einzugliedern.
Zum 31. März 1997 wird das Krankentransportbataillon 230 aufgrund von Strukturreformen der Bundesregierung aufgelöst.
2005 wird auch der gesamte Truppenübungsplatz vom Verteidigungsministerium aufgelöst und das Gelände von Breithülen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben.
Breithülen steht für 3 Jahre leer.
Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen wird am 22. März 2008 vom Land Baden-Württemberg als Biosphärengebiet ausgewiesen.
Zum 1. Januar 2010 wird Breithülen zur 1973 gebildeten Gemeinde Heroldstatt (Gden. Sontheim und Ennabeuren) eingemeindet.
Literatur: Joachim Lenk: Pferde, Panzer, Pulver und Piloten. Militär am Rande des Münsinger Schießplatzes von 1898 bis 2009, Münsingen 2023
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