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Historisches Gebäude, Konstanz

Kunstvolles Dach in der Hofhalde 12

Ein kunstfertig und mit Herzblut saniertes Gebäude, das mit prächtigen Zierelementen an der Fassade und auf dem Dach beeindruckt.

In der Konstanzer Altstadt, genau zwischen den Türmen des Konstanzer Münsters auf der einen und jenem der St. Stephanskirche auf der anderen Seite, reckt sich die Architektur eines besonderen historischen Gebäudes in die Höhe und strahlt seit Kurzem in neuem Glanz: Das Dach der Hofhalde 12, des 1898 erbauten ehemaligen Wohnhauses der Familie des Gürtlermeisters Joseph Wirth. Die kunstgewerbliche Werkstatt des Metallbildners war über die Region hinaus bekannt, an seinem Haus wollte Wirth seine Kunstfertigkeit zur Schau stellen. Davon zeugen noch heute unzählige Zierelemente an der Fassade und vor allem auf dem Dach des über 120 Jahre alten Gebäudes. Einem Großteil davon war das Alter mittlerweile jedoch auch anzusehen: Vieles davon befand sich in einem schlechten Zustand, einiges war bereits irreparabel. Im Zuge von Dämmmaßnahmen hat die Eigentümerfamilie das Dach nun unter erheblichem Zeit- und auch Kostenaufwand sanieren und restaurieren lassen – herausgekommen ist dabei ein gelungenes Sanierungsprojekt, in das sämtliche Beteiligte viel Herzblut gesteckt haben.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Insgesamt wurde mit der Sanierung das Bild des 19. Jahrhunderts wiederhergestellt. Wegen der Arbeiten in luftiger Höhe war für viele Passanten auch gar nicht ersichtlich, was überhaupt gemacht wurde. Nach der zehnmonatigen Bauzeit wurde deutlich, wie viel Aufwand tatsächlich betrieben und was für eine große Liebe zum Detail hier bewiesen wurde: Neben der Erneuerung der Terrassenbrüstung wurden nach Dämmmaßnahmen zunächst die Flächenziegel am Steildach umgedeckt und eine neue Flachdachdämmung und -abdichtung vorgenommen. Hier konnten zwar viele Flächenziegel aus der Bauzeit noch erhalten werden, doch bei den prominenten Firstziegeln in Lilien- und Traubenform gab es schlechte Nachrichten: Da sie nachträglich mit sehr hartem Zementmörtel befestigt worden waren, wurden sie trotz des vorsichtigen Ausbaus stark beschädigt. Ähnlich erging es auch den Grat- und Flächenziegeln des Türmchens und des Walmspitzes. Hierfür einen adäquaten Ersatz zu finden, erwies sich als der kniffligste und auch langwierigste Teil des Sanierungsprojekts: Nachdem die Ziegel des Hauses in den Katalogen der historischen Ziegelmanufakturen nicht gefunden werden konnten, wurde lange nach einem Betrieb gesucht, der die Einzelstücke nachbauen konnte. Dieser fand sich letzten Endes nicht weit von Bruchsal, im kleinen Ort Forst im Landkreis Karlsruhe. Hier wurden die Ziegel unter großem Kosten- und auch Zeitaufwand speziell angefertigt.

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