Ehem. Gosbacher Spinnerei und Zwirnerei M. Becker
Im Zuge der industriellen Erweiterung entstanden zusätzliche Backsteinbauten, darunter Produktionsgebäude und ein Kesselhaus mit geschweiften Giebeln und typischen Sheddächern. Diese Dachform ermöglichte eine optimale Belichtung der Arbeitsräume und ist bis heute ein prägendes Merkmal der Industriearchitektur jener Zeit. Ein Schornstein sowie die klare Gliederung der Gebäude unterstreichen den funktionalen Charakter des Ensembles.
1933 wurde die Anlage nach Plänen des Architekten Georg Stahl um ein Büro- und Lagergebäude erweitert. Der zweigeschossige Backsteinbau mit Sheddach weist gestalterische Anklänge an den Internationalen Stil auf und ergänzt die bestehende Struktur um eine architektonisch moderne Komponente.
Über mehrere Jahrzehnte hinweg wurden hier – mit Unterbrechungen während der beiden Weltkriege – Baumwollgarne und Gewebe produziert. Erst 1966 endete die industrielle Nutzung als Textilbetrieb. Seit 2004 wird das Areal von einem Unternehmen der Kosmetikbranche genutzt, wodurch die Gebäude eine neue Funktion erhalten haben.
Das Ensemble vereint unterschiedliche Bauphasen und Stilrichtungen und macht die industrielle Vergangenheit des Filstals bis heute anschaulich erlebbar.
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