Ehem. Papierfabrik Fleischer
Ein Großbrand zerstörte die Fabrik im Jahr 1926, doch der Betrieb wurde wieder aufgebaut. Mit der nationalsozialistischen Herrschaft nahm die Geschichte eine tragische Wendung: Die jüdische Unternehmerfamilie Fleischer wurde verfolgt, zur Flucht gezwungen und ihr Unternehmen im Zuge der sogenannten „Arisierung“ weit unter Wert enteignet. 1940 ging die Fabrik in den Besitz der Papierfabrik Fritz Kiehn über. Mitglieder der Familie Fleischer emigrierten nach England und in die USA, viele kehrten nie zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Familie den Betrieb zurück. 1957 wurde die Fabrik von der Zellstofffabrik Waldhof übernommen, wenige Jahre später entstand durch den Zusammenschluss mit einer weiteren Papiermanufaktur die Papierfabrik Fleischer-Krebs. In den 1980er-Jahren endete die industrielle Nutzung des Areals. Die Gebäude wurden abgebrochen und das Gelände zu einem Wohngebiet umgestaltet. Seit 2007 erinnert eine Gedenktafel an die Unternehmerfamilie Fleischer und an ihre bewegende Geschichte, die beispielhaft für die Schicksale vieler enteigneter jüdischer Familienunternehmen in Deutschland steht.
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