Sankt Wendelin- Kapelle
Infotafel zur Sankt Wendelin Kapelle
Am Fuß des Burg- oder Schlossberges befand sich ein Weiler.
Zu dem Weiler gehörte, wie es für eine Siedlung üblich war, auch eine Kapelle. Sie war dem Heiligen Wendelin geweiht. Wendelin war ein Königssohn aus Irland, der Ende des 6. Jahrhunderts lebte. Mit irischen Mönchen kam er ins Saargebiet. Der Legende nach arbeitete der Königssohn unerkannt bei einem Gutsbesitzer und hütete dessen Schafe und Schweine. Deswegen ist das Attribut des Wendelin ein Hirtenstab, meist wird er auch in Hirtenkleidung dargestellt. Der Heilige Wendelin gilt
nicht nur als Schutzpatron für Hirten und Herden, sondern auch als Nothelfer der unschuldig Bedrängten und Leidenden, als Nothelfer gegen Naturgewalten und als Standespatron. Lange Zeit über die Reformation hinaus bestand diese Sankt Wendelin-Kapelle. Wann sie die Funktion einer Kapelle verlor, ist nicht bekannt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das, was noch von der Kapelle übrig war, in ein Wohnhaus umgebaut.
Bis zum Umbau dieses Hauses 1912 waren noch der Chorschluss der Kapelle und ein spitzbogiger Eingang vorhanden. Heute erinnert an dieser Stelle noch die Sankt Wendelstraße an den ehemaligen Standort der Kapelle. Calw verfügte über zahlreiche weitere Kapellen, nur die Nikolauskapelle, das Wahrzeichen der Stadt, ist heute noch erhalten. Auf der gegenüberliegenden Nagoldseite befand sich die Liebfrauenkapelle. An der Ecke Nikolausbrücke-Bahnhofstraße war die Sebastianskapelle, die später zur Spitalkirche ausgebaut wurde. Im Bereich der unteren Vorstadt, befand sich eine Bernhardskapelle. Auf dem Weg zur oberen Vorstadt bzw. zur Burg war die Jakobuskapelle mit einem wunderschönen Jakobusaltar.
Aus dieser Jakobuskapelle entwickelte sich im Laufe der Zeit die evangelische Stadtkirche. Der Teil der Stadtkirche, die einmal die Jakobuskapelle ausmachte, kann man heute noch gut an den Schießscharten artigen, romanischen Fenstern erkennen.
Der Jakobusaltar wurde vermutlich beim Calwer Stadtbrand 1634 ein Opfer der Flammen.
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