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Kirche

Das Taschenreliquiar (Bursa) von Ennabeuren (Gde. Heroldstatt-Ennabeuren)

In der Katholischen Kirche Mutter Maria Heroldstatt-Ennabeuren ist die Replik einer besonderen Kostbarkeit ausgestellt: die eines merowingerzeitlichen Taschenreliquiars, einer Bursa, wie sie auch genannt wird.

Das Taschenreliquiar (Bursa) von Ennabeuren (Gde. Heroldstatt-Ennabeuren)

1936 entdeckte man bei Renovierungsarbeiten im Reliquiengrab des Altars der damals simultan genutzten Ennabeurer Kirche Cosmas und Damian das Reliquiar. Es handelt sich um einen goldblechbeschlagenen, etwa 9 cm langen und 8,5 cm hohen Holzkorpus, der einen Hohlraum für die Reliquie aufweist. Die Umrisse erinnern an die Architektur einer Steinkapelle des frühen Mittelalters. Das Goldblech ist mit zahlreichen Stempelornamenten verziert. An zentraler Stelle steht das Bild eines Reiters mit Heiligenschein. Zu diesem Reiter gibt es vergleichbare Darstellungen, die auch im Bereich der oberen Donau gefunden wurden. Allem Anschein nach handelt es sich bei dem Reiter um Jesus Christus – Zeichen für das Eindringen des Christentums bei den Alemannen.

Die Bursa führt uns zurück ins Frühmittelalter. Der Südwesten ist von den Alemannen besiedelt. Außerhalb der einstigen römischen Bischofsstädte war das Christentum noch kaum verbreitet. Die Mission war Sache teils angelsächsischer, teils iro-gallischer bzw. burgundischer Mönche und Missionare. Die Mönche führten teilweise solche Bursenreliquiare mit sich. Die Entstehung der Bursa von Ennabeuren wird auf die Mitte des 7. Jahrhunderts datiert, sie weist burgundische Einflüsse im Dekor der Stempel auf. Das Original des Reliquiars befindet sich heute im Diözesanmuseum Rottenburg/Neckar.

Literatur:

Dieter Quast: Das merowingerzeitliche Reliquienkästchen aus Ennabeuren. Eine Studie zu den frühmittelalterlichen Reisereliquiaren und Chrismalia (Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer 43), Regensburg 2012

Tilmann Schroth: Die Bursa von Ennabeuren. Studien zur Geschichte und Ikonologie, Nürtingen 2011

https://dioezesanmuseum-rotten...

https://www.bistumsmuseen-rege...

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