Zum Inhalt springen
Radtour

Tour des Erinnerns: Auf den Spuren der Verfolgung und des Widerstands

Mit der "Tour des Erinnerns" setzt der Landkreis Tübingen ein Zeichen gegen das Vergessen und macht auf Orte aufmerksam, die an die Gräueltaten des deutschen NS-Staates erinnern.

Die Tour verbindet Landschaftserlebnis mit Erinnerungskultur. Eingebettet in die idyllische Landschaft von Ammertal, oberem Korngäu und Neckartal und liegen Erinnerungsstätten, die an die Gräueltaten des NS-Zeit, aber auch an den Widerstand am Früchtetrauf erinnern.

Wichtige Stationen sind die KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen, die Stationen jüdischen Lebens in Baisingen und die Friedenskapellen, die nach Kriegsende errichtet wurden. Landschaftlich eindrucksvoll und historisch belastet dagegen sind die Steinbrüche, in denen NS-Zwangsarbeiter arbeiten mussten.

Die „Tour des Erinnerns“, entstand in Zusammenarbeit mit der KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen sowie dem Kulturamt der Stadt Rottenburg und schafft als Radtour einen niedrigschwelligen Zugang zu Mahnmalen und Gedenkstätten. An zahlreichen Orten in Baden-Württemberg finden sich Spuren zu NS-Verbrechen zwischen 1933 und 1945. So auch im Landkreis Tübingen: Viele der hiesigen Gedenkstätten waren Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass, einem Knotenpunkt der Vernichtungsmaschinerie des deutschen NS-Staates. Beginnend in Pfäffingen, führt die Strecke ca. 50 Kilometer über Reusten, Tailfingen, Hailfingen und Bondorf nach Baisingen, und von dort über Ergenzingen, das Neckartal und Rottenburg zurück zum Ausgangsort.

Autorentipp

Hinter Station 2 lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Bergcafé Reusten.

Wegbeschreibung

Die Tour startet offiziell am Pfäffinger Bahnhof. Da es sich um eine Rundtour handelt, kann aber auch ein anderer Startpunkt entlang der Strecke gewählt werden.

Die Tour folgt der offiziellen Radwegebeschilderung und ist an den Knotenpunkten mit dem oben abgebildeten Routenpiktogramm gekennzeichnet. Zwischen den Knotenpunkten folgen Sie immer der grün weißen Radwegebeschilderung.

Vom Bahnhof aus geht es zunächst durch den Dorfkern an der Deutschen Fachwerkstraße entlang bis zur Weggabelung am Wendelsheimer Weg. Rechter Hand gelangt man nach Poltringen und folgt dem Ammerlauf weiter nach Reusten. Auf dem Weg nach Altingen biegt die Strecke nach links über Felder ab, kreuzt die E41 sowie die Verbindungsstraße zwischen Hailfingen und Tailfingen. Nach einem kurzen Abstecher an der KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen biegt die Route links nach Bondorf ab. Auf dem Weg nach Baisingen werden zwei Wälder passiert, der zweite endet mit dem Jüdischen Friedhof Baisingen. Einmal quer durch Baisingen sowie Ergenzingen und man folgt der Route weiter am bewaldeten Seitenbach entlang bis Obernau. Von dort folgt man dem Neckartal vorbei an Bad Niedernau nach Rottenburg. Die Route geht einmal durch die Altstadt hindurch, hier hat man eine gute Gelegenheit für ein Päuschen. Nachdem man die Stadt in Richtung Norden verlassen hat, geht es auf dem letzten Teil der Strecke zurück über Wendelsheim und Oberndorf wieder nach Pfäffingen.


Etappe 1: Pfäffingen – Baisingen

Die Tour beginnt am Bahnhof der Ammertalbahn in Pfäffingen. Von dort aus folgt sie der Ammer flussaufwärts nach Reusten, und führt hinter dem Ort auf einer Anhöhe links ab aufs freie Feld. Nach wenigen Minuten erreicht man die Reste einer Flugzeughalle – heute einmit großen Stelen versehener Gedenkort. An der folgenden Gabelung lohnt sich ein Abstecher zum Bergcafè Reusten, welches oberhalb des namenstiftenden Ortes liegt. Kurz bevor die Tour die ehemalige Start- und Landebahn des Militärflugplatzes erreicht, zweigt ein kleiner Feldweg nach rechts ab. Am Ende des Weges befindet sich eine Informationstafel, welche über das dort befindliche Massengrab aufklärt. Vom offiziellen Mahnmal des KZ-Außenlagers führt die Tour zunächst leicht bergab, dann scharf rechts nach Bondorf. Vorbei am Bahnhof Bondorf (Anschluss an die Gäubahn) und durch eine Unterführung gelangt die Strecke über Wald und Wiesen nach Baisingen. Der jüdische Friedhof am Ortsrand und die ehemalige Synagoge erinnern dort an die jüdische Gemeinde.

Etappe 2: Baisingen – Pfäffingen

Über Ergenzingen führt die Route zur Liebfrauenhöhe und von dort durch das bewaldete Rommelstal stetig bergab nach Obernau an den Neckar. Entlang dem Neckartalradweg geht es flussabwärts bis Rottenburg. Der Morizplatz befindet sich südlich des Neckars; über die Sebastian-Blau-Brücke gelangt man auf die Nordseite zum Metzel- sowie Eugen-Bolz-Platz. Ab hier verläuft die Tour gen Norden bergauf und gelangt über Wendelsheim nach Oberndorf. Oberhalb des Ortes liegt die Waldkapelle „zum unbefleckten Herzen Mariens“, welche Mitglieder der Gemeinde nach Kriegsende zwischen 1946 und 1949 errichtet haben. Das letzte Stück zurück ins Ammertal führt gemäßigt hinab und endet am Ausgangspunkt der Tour, am Bahnhof Pfäffingen.

Ausrüstung

Keine besondere Kleidung erforderlich; ggf. Vesper und ausreichend Trinken für eine Pause an einem der vielen Rastplätze mitnehmen.

Startpunkt der Tour

Ammerbuch-Pfäffingen, Bahnhof

Zum Bahnhof Pfäffingen fährt die Ammertalbahn von Herrenberg und Tübingen aus.

Mit dem Auto von Tübingen aus Richtung Herrenberg über Tübingen-Unterjesingen, die nächste Ortschaft ist Poltringen. Mit dem Auto von Herrenberg aus Richtung Tübingen.

Offizieller Inhalt von Landkreis Tübingen

Die Inhalte werden von den Veranstaltern, Städten und Kommunen vor Ort sorgfältig selbst gepflegt. Kurzfristige Terminänderungen, -verschiebungen oder eine fehlerhafte Übermittlung können wir nicht ausschließen. Wir empfehlen deshalb vor dem Besuch die Informationen beim Anbieter selbst einzuholen. Für die inhaltliche Richtigkeit von Dritten können wir keine Gewähr bieten. Zudem können wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit garantieren.