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Radtour

Erinnerungsorte am Südlichen Oberrhein - Route 3

Radtour zu Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts sowie zu Orten ausgelöschten ehemaligen jüdischen Lebens im Markgräflerland

1. Emmendingen

Ab 1716 lebten ein paar jüdischen Familien, die hier eine kleine Landgemeinde bildeten. Erst im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich in dem kleinen Städtchen eine der größten jüdischen Gemeinden in Baden. 1821 wurde eine Synagoge auf dem Schlossplatz gebaut. Bereits zuvor hatte eine Synagoge in der Kirchstraße gestanden. 1938 wurde die Synagoge zerstört, 1940 die letzten Jüdinnen und Juden aus Emmendingen in das Lager Gurs deportiert.
1995 wurde eine neue jüdische Gemeinde in Emmendingen gegründet.

Am Schlossplatz steht heute das Jüdische Museum Emmendingen, direkt darunter liegt eine restaurierte, museal aufgearbeitete Mikwe. Zwischen Jüdischem Museum und Jüdischem Gemeindehaus in der Kirchstraße steht eine Gurs-Gedenkstele.
Der Alte Jüdische Friedhof an der Ecke Herrmann-Günth-Straße / Haselmattenstr. wurde von 1717-1899 als Begräbnisort verwendet. 466 Grabsteine sind erhalten.

2. Eichstetten

Die ersten jüdischen Familien zogen Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Schweiz und dem Elsass nach Eichstetten. Im Jahr 1871 erreichte die Gemeinde ihre höchste Mitgliederzahl mit 420 Personen. In der Reichspogromnacht zerstörten SA- und SS-Männer die Inneneinrichtung der Synagoge und zündeten sie an. Von der Synagoge Eichstetten sind heute noch Reste der Umfassungsmauer erhalten (Altweg 10). Eine Gedenktafel weist auf die Zerstörung hin.
Am 22. Oktober 1940 wurden die verbliebenen 30 Jüdinnen und Juden nach Gurs deportiert. Ein Gedenkstein steht neben der ehemaligen Jüdischen Schule (Bahlinger Str. 7).
Auf dem jüdischen Friedhof an der Straße im Längental stehen etwa 470 Grabsteine.

3. Ihringen

Um 1716 siedelten die ersten Juden in Ihringen. Um 1857 lebten 263 Personen jüdischen Glaubens hier. Die Synagoge in der Bachstraße wurde am 10. November 1938 in Brand gesetzt. Heute erinnert eine Stele an ihre Zerstörung. Eine Gedenktafel nennt die Namen der jüdischen NS-Opfer.
In den Weinbergen an der Breisacher Straße liegt der jüdische Friedhof, der 250 Grabsteine umfasst.

4. Breisach

In Breisach reichen die Anfänge des Jüdischen Lebens bis ins 13. Jahrhundert zurück. Nach mehreren Vertreibungen im Mittelalter entwickelte sich ab Mitte des 15. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde, die bis 1940 Bestand hatte. Am 10. November 1938 brannten SA-Männer die Breisacher Synagoge nieder. Die verbliebenen 65 Jüdinnen und Juden in Bresiach wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.
Der alte Jüdische Friedhof am Synagogeplatz 3 wurde zerstört - etwa 130 Grabsteine sind heute noch erhalten. Der neue Jüdische Friedhof wurde um 1850 in der Isenbergstr. 30 angelegt und ist heute noch mit 382 Grabsteinen erhalten.
Vor der Turnhalle des Martin-Schongau-Gymnasiums steht ein Gurs-Gedenkstein.
Das Blaue Haus Breisach ist eine Gedenkstätte mit Dauerausstellung und vielen verschiedenen Projekten

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Ausrüstung

Für den jüdischen Friedhof gilt: Kopfbedeckung für die Männer ist Pflicht!

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