Erinnerungsorte am Südlichen Oberrhein - Route 4.2
Radtour zu Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts sowie zu Orten ausgelöschten ehemaligen jüdischen Lebens im Markgräflerland
1. Freiburg
Die Tour startet in Freiburg beim neuen Dokumentationszentrum Nationalsozialismus am Rotteckring. Von dort geht es in der Sichtachse weiter auf dem Rotteckring bis zum Platz der alten Synagoge, die 1938 zerstört wurde. Auf den Grundrissen der Synagoge steht heute ein Wassertisch. Daneben gibt es ein Bronzemodell, Hinweistafeln sowie eine digitale Stele, auf der Biografien und Informationen nachvollzogen werden können.
Folgen Sie der Straße nach Süden, bis sie die Dreisam auf der Kronenbrücke überqueren. Sie fahren an der Lessing-Realschule vorbei, in der ab 1936 zwei Klassenzimmer als Zwangsschule für jüdische Kinder aus Südbaden eingerichtet wurden.
Ein kleiner Abstecher abseits des Rotteckring führt zur blauen Wiwili-Brücke. Dort erinnert der zurückgelassene Mantel an die Deportation nach Gurs vom 22. Oktober 1940.
2. Bad Krozingen
Bad Krozingen ist mit knapp über 21.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit vielen Angeboten: ein großes Thermalbad in einem weitläufigen Kurpark, im Schloss eine sehr seltene Sammlung historischer Tasteninstrumente und direkt an der Route nach Sulzburg die romanische Glöcklehofkapelle mit Fresken einer der ältesten Christusdarstellungen nördlich der Alpen. Dort am Neumagen oder anderen vorhandenen Radwegen nach Staufen.
3. Staufen
Von Bollschweil können Sie abwärts rollen Richtung Staufen, wo sie in der Mitte der Altstadt das Stubenhaus finden - ebenfalls mit einer literarischen Gedenkstätte. Sie erinnert an Peter Huchel und Hans A. Joachim.
4. Sulzburg
Von Staufen geht es über Grunern und Ballrechten-Dottingen durch die Weinberge nach Sulzburg. In der Nähe des Marktplatzes in der Gustav-Weil-Straße finden sie die ehemalige Synagoge, die 1938 nicht abbrannte und aufwendig saniert wurde. Heute ist sie Gedenkstätte (Öffnungszeiten: 1. und letzter Sonntag im Monat 16-18 Uhr und auf Anfrage). Nur wenige Minuten weiter gelangen sie zum Klosterplatz, wo sie die romanische Klosterkirche St. Cyriak erwartet. Ebenfalls auf dem Klosterplatz steht ein Mahnmal, das an die Deportation nach Gurs von 27 jüdischen Menschen am 22. Oktober 1940 erinnert.
Etwa 3km weiter taleinwärts liegt der Jüdische Friedhof Sulzburg
Autorentipp
Die Ehemalige Synagoge Sulzburg ist unter der Woche nur auf Nachfrage geöffnet. Rufen Sie einfach in der Tourist-Information an (07634 560040) und vereinbaren sie eine Uhrzeit.
Ausrüstung
Für den jüdischen Friedhof gilt: Kopfbedeckung für die Männer ist Pflicht!Weitere Infos & Links
Als Variante geht ein kleiner ansteigender Weg über Merzhausen und Bollschweil Richtung Staufen (Variante 4.1)
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