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Stadtrundgang

Müllheimer Brunnen - Ein Rundgang durch Müllheim

Entdecken Sie auf einem Spaziergang durch Müllheim die faszinierende Geschichte seiner Quellen und Brunnen – von alten Heilquellen über historische Wasserversorgung bis zu modernen Schmuckbrunnen.

Zur Geschichte von Quellen und Brunnen in Müllheim

Wasser – lebensspendendes Nass! Seit jeher ist es Grundlage für den Lebenserhalt auf unserem Planeten. Auch für die Gründung von Siedlungen und zur Versorgung seiner Einwohner bedurfte es eines Gewässers oder in der Nähe liegender Quellen. Ein solcher Wasserlauf war seit Urzeiten der Klemmbach, über den früher eine noch größere Wassermenge zu Tale floss. Mit der Industrialisierung des Weilertales ab der frühen Neuzeit wurde der Bach jedoch zunehmend verschmutzt und konnte nicht mehr zur Trinkwasserversorgung genutzt werden.

Überaus ergiebige Wasserquellen befanden sich in Privatbesitz, wie beispielsweise in den Gasthäusern zur alten Post und zum Kreuz in der Rheinebene. Ein hoher Mineralgehalt des Wassers machte noch weitere Nutzungen möglich: Im 18. Jahrhundert ist von einem Wannenbad im Untergeschoss eines Seitengebäudes der Sprengenmühle die Rede, welches durch die „alte Badquelle“ gespeist wurde. 1741 wurde dieses Wasser „für fast alle Krankheiten“ empfohlen. Insbesondere Basler Bürger sollen in größerer Zahl zur Badekur hier gewesen sein. Die 1562 erstmals erwähnte und etwas unterhalb der Sprengenmühle liegende „Thermalquelle“ wurde 1858 durch Nikolaus, Adolph Friedrich und Reinhard Blankenhorn zu gleichen Teilen erworben. Die knapp über 20°C warme und im Mittel 240 Liter pro Minute liefernde Quelle wurde durch die Familie gefasst und deren Wasser in den Folgejahren über Röhrenleitungen zu neu erbauten Privatbrunnen auf den Familienanwesen geleitet. Noch heute werden einige Brunnen der Oberstadt durch dieses Wasser besonderer Güte gespeist.

Im Siedlungsbereich wurde der Wasserbedarf seit dem Mittelalter über künstlich angelegte, gemauerte Brunnenschächte gedeckt, die einen Grundwasserbezug aus der Tiefe ermöglichten. Diese gleichermaßen auf privatem und öffentlichem Grund geschaffenen Anlagen wurden über Zieh- oder Pumpbrunnen genutzt. Manche später abgedeckte und daraufhin in Vergessenheit geratene Schächte wurden in neuerer Zeit bei Straßenbauarbeiten wiederentdeckt.

Im 18. und 19. Jahrhundert stieg mit der Bevölkerungszahl und Siedlungsausdehnung auch der Wasserbedarf. Viele Einwohner mussten immer weitere Wege in Kauf nehmen, um sich zu versorgen. Der Ruf nach öffentlichen Brunnen im Unterhalt der Gemeinde wurde lauter. Ein flächendeckender Aufbau solcher Brunnen erstreckte sich im 19. Jahrhundert über Jahrzehnte.

Die beiden öffentlichen Brunnen der Unterstadt, Löffler- und Kaiserbrunnen, wurden durch sauberes und klares Wasser von Quellen am Fuße des Hachbergs versorgt. Für die Oberstadt wurde 1827 eine städtische Brunnenleitung erbaut, die Wasser aus dem Gewerbekanal herbeiführte. Allerdings war deren Nutzung nur bei hohen Wasserständen erlaubt. 1838-40 misslang ein Versuch, mittels einer Tiefenbohrung am Marktplatz eine artesische Quelle zu erschließen und der Oberstadt eine breitere Versorgung zu ermöglichen.

Mit der Einführung eines zentralen Wasserleitungssystems, das ab 1889/90 geplant und in kommenden Jahrzehnten sukzessive ausgebaut wurde, erfolgte eine direkte Versorgung der Haushalte aus Quellen im Klemmbachtal. Viele verzichtbar gewordene Brunnen wurden daraufhin abgebaut und verschwanden sukzessive aus dem Straßenbild. Die übrig gebliebenen Brunnen mussten oftmals zur Reinigung stark verschmutzter Gegenstände und Kleintiere sowie zur Viehtränke herhalten. Daraus entstehende Nutzungskonflikte wurden durch Verbote und Strafankündigungen eingedämmt.

Losgelöst von ihrem traditionellen Zweck entstanden Ende des 20. Jahrhunderts neue dekorative Brunnen, die zur Ortsverschönerung dienten.

Dieser Stadtrundgang führt Sie auf einem Spazierweg durch Unter- und Oberstadt zu heute noch bestehenden Brunnen alter und neuer Zeit. Lernen Sie an 15 Stationen ihre Geschichte kennen und entdecken Sie historische Überlieferungen und Besonderheiten rund ums kühle Nass.

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