Chorkonzert im Dom - SONIDOS DE LA TIERRA
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Chorkonzert im Dom
SONIDOS DE LA TIERRA im Dom St. Blasien
Vor mehr als 250 Jahren wurden die Jesuiten aus den damaligen Kolonialgebieten in Südamerika vertrieben. Die Jesuitenreduktionen, Siedlungen für die indigenen Ureinwohner, haben die soziale Struktur der Bevölkerung geprägt und Fußspuren hinterlassen, die noch heute im Leben der Einheimischen fortwirken. Die Musik erlebt in den Reduktionen ein glanzvolles Jahrhundert der Blüte mit Orchestern und Chören von Einheimischen, die von Jesuiten unterrichtet wurden. Vor allem die Integration der Sprache des musikalischen Barock lebt noch heute in den Liedern der Volksfrömmigkeit und Folklore der ganzen Region. Dank der Entdeckung Tausender Originalpartituren aus der Zeit der Reduktionen durch den Architekten Hans Roth in den 1980er Jahren können wir seit einigen Jahrzehnten die Größe und den musikalischen Glanz dieser Epoche verstehen. Einer ihrer Protagonisten ist der große italienische Organist Domenico Zipoli, von dem viele Kompositionen erhalten sind. Messen, Motetten, Hymnen und Instrumentalstücke legen Zeugnis ab für das musikalische Niveau.
Ein besonderes Juwel ist das älteste Stück „Ara vale hava“, in der sich die indigene Sprache Guaraní mit europäischer Musik verbindet. Entdeckt wurde es vom Musikwissenschaftler Piotr Nawrot in Bucheinbänden, für die historische Partituren mfunktioniert wurden. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Stücke, die das kulturelle Erbe der Jesuitenreduktionen aufzeigen, etwa die Guaraní-Messe. Aber auch neuere Folklore mit Texten in Guaraní, einer Sprache, die 90 % der Paraguayer sprechen, obwohl nur 2 % der Bevölkerung indigenen Gruppen angehören.
Die Paraguayharfe, die ursprünglich vom Missionar Anton Sepp eingeführt wurde, um fehlende Orgeln in den Kirchen zu ersetzen, wurde zum Instrument der indigenen Bevölkerung: Heute ist es geradezu ein Symbol der Identität von Paraguay. Andere Vokal- und Instrumentalstücke weisen zurück in die außergewöhnliche Geschichte der Reduktionen und erzählen uns von sozialer Erfahrung, Politik und Utopien, und das größte menschliche Abenteuer: die internationale Zusammenarbeit für den Frieden.
Luis Szaran
Eintritt frei, Spenden erbeten
Preise
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Freier EintrittÖffnungszeiten
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Freitag 08.05.2026 |
19:30
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