Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter
-Zu den Öffnungszeiten
Das Kunstmuseum Karlsruhe präsentiert erstmals umfassend die Schätze seiner grafischen Sammlung: Rund 250 Werke von Dürer, Rembrandt und Schlichter spannen einen Bogen über fünf Jahrhunderte menschlicher Emotionen.
Ein schmerzverzerrtes Gesicht, zum Himmel erhobene Arme, ein leises, kaum wahrnehmbares Lächeln oder zerwühltes Haar: Die Bildsprache der Gefühle ist universell und wird unabhängig von Zeit und Kultur verstanden. Die Ausstellung „Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter“ beleuchtet zentrale Bestände der eigenen Sammlung aus neuen Perspektiven und zeigt in thematischen Räumen, wie Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten die innere Gefühlswelt sichtbar machen.
Von Albrecht Dürer über Rembrandt und Guido Reni bis zu Käthe Kollwitz und Rudolf Schlichter entfaltet sich ein breites Spektrum künstlerischer Strategien. In rund 250 Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem 15. bis 21. Jahrhundert präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe facettenreiche Annäherungen an menschliche Emotionen.
Tronie und Ich-Spiele: Rembrandt, van Ostade, Dumas
Was zeigt ein Gesicht wirklich? Bereits im 16. Jahrhundert entwickelten niederländische Künstler das Genre der „Tronie“ – Studien von Köpfen und Gesichtern, die oft anonyme Figuren darstellen. Die in der Ausstellung präsentierten Studien zeigen, mit welcher Genauigkeit Dürer, Rembrandt und ihre Zeitgenossen Mimik und Gestik beobachteten und darstellten. Diesen historischen Positionen stellt die Ausstellung zeitgenössische Arbeiten gegenüber: Künstlerinnen und Künstler wie Marlene Dumas, Ulrike Michaelis und Arnulf Rainer brechen in ihren „Ich-Spielen“ bewusst mit starren Zuschreibungen und thematisieren das Künstler*innensubjekt selbst.
Liebe und Wir-Gefühle: Dürer, Carracci, Nagel
Nicht nur individuelle Mimik, auch zwischenmenschliche Beziehungen finden Ausdruck in den gezeigten Werken. Liebe, Hingabe, Zuneigung und Zusammenhalt bilden die emotionale Basis sozialer Gefüge. Von der Heiligen Familie als christlichem Ideal bis hin zu modernen Darstellungen von Partnerschaft und Familie spannt sich ein Bogen, der Vorstellungen von Eintracht, Fürsorge und Gemeinschaft reflektiert.
Andachtsgrafiken wie beispielsweise Albrecht Dürers „Maria auf der Rasenbank, das Kind stillend“ (1503) formulieren ein idealisiertes Bild, das über Jahrhunderte hinweg aufgegriffen und variiert wurde. Zugleich macht die Ausstellung den Wandel von Familienbildern sichtbar: von der funktional geprägten Hausgemeinschaft der Frühen Neuzeit hin zu modernen Auffassungen, wie sie Hanna Nagel in ihrer Federzeichnung „Spielendes Kind“ (1931) thematisiert.
Pathos und Schrecken: Van Leyden, Callot, Schoofs
Auch der menschliche Körper wird zur Ausdrucksfläche intensiver Affekte: In Darstellungen der Passion Christi, der Qualen von Märtyrern, aber auch in weltlichen Szenen setzen sich Künstler wie van Leyden, Callot und Schoofs eindringlich mit Schmerz, Gewalt und Tod auseinander. Den Werken liegt eine bis heute gültige Bildstrategie zu Grunde: Sie zielen darauf ab, emotionale Reaktionen wie Mitleid, Staunen oder Erschrecken hervorzurufen und die Betrachtenden unmittelbar in das Bildgeschehen einzubeziehen.
Aktiv werden und mitgestalten
Ein besonderer Bereich der Ausstellung lädt zur aktiven Teilnahme ein: Besucherinnen und Besucher können sich dem Material Papier spielerisch nähern. Faltanleitungen für Origami-Figuren regen zum eigenen Gestalten an. Die entstandenen Objekte werden Teil der Ausstellung und finden an einer eigenen Präsentationsfläche ihren Platz. So entsteht ein kollektiver Prozess, der zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregt und zugleich ein persönliches Andenken ermöglicht.
Meisterblätter von Dürer über Rembrandt bis Tiepolo: Die Siegelsche Sammlung
Der in Mannheim und Karlsruhe tätige Jurist Ferdinand Siegel (1783–1877) trug bis zu seinem Tod eine umfangreiche Sammlung von über 1800 Blättern europäischer Druckgrafiken zusammen. 1896 gelangte die „Siegelsche Sammlung“ durch seine Erben in den Besitz der Stadt Karlsruhe und bildete den Grundstock des heutigen Kunstmuseums.
Ihr Schwerpunkt liegt auf deutschen und niederländischen Meistern vom 15. bis 19. Jahrhundert. Ergänzt wird sie durch bedeutende Werke italienischer und französischer Künstler. Künstlerpersönlichkeiten wie Martin Schongauer, Albrecht Dürer und Lucas Cranach der Ältere oder Lucas van Leyden, Anthonis van Dyck, Adriaen van Ostade und Rembrandt stehen neben Guido Reni, Annibale und Agostino Carracci, Tiepolo, Canaletto oder Callot und Claude Lorrain.
Öffnungszeiten
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Samstag 23.05.2026 |
11:00
- 18:00 Uhr
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Sonntag 24.05.2026 |
11:00
- 18:00 Uhr
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Mittwoch 27.05.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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Donnerstag 28.05.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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Freitag 29.05.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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Samstag 30.05.2026 |
11:00
- 18:00 Uhr
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Sonntag 31.05.2026 |
11:00
- 18:00 Uhr
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Mittwoch 03.06.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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Donnerstag 04.06.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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Freitag 05.06.2026 |
10:00
- 18:00 Uhr
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