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Industriedenkmal, Hockenheim

Wasserturm Hockenheim

Der Hockenheimer Wasserturm, auch „Riesenspargel“ genannt, ist ein prägendes Wahrzeichen der Stadt.

Der Hockenheimer Wasserturm wurde 1909/1910 erbaut und ist über 40 m hoch und fasst 500 Kubikmeter Wasser. 

Seit 2012 bietet sich Paaren im Wasserturm die Möglichkeit, standesamtlich zu heiraten.

Der weiß und gold gefasste Turm mit zurückhaltender Jugendstildekoration und grüner, kupfergedeckter Kuppel erreicht eine Höhe von 46 m und erhebt sich markant in der flachen Landschaft.

Der zylindrische Bau verjüngt sich leicht; der Durchmesser beträgt an der Basis 12,20 m und im oberen Bereich 11,20 m. Eine umlaufende, begehbare Balustrade befindet sich auf Höhe des Wasserbehälters. Dieser fasst 500 Kubikmeter Wasser, sein unterer Rand liegt in etwa 26 m Höhe. Der Turm stellt ein bedeutendes Beispiel der Ingenieurbaukunst seiner Zeit dar und vereint funktionale Konstruktion mit gestalterischem Anspruch.

Dieses Denkmal ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Öffnungszeiten: nur zum "Tag des offenen Denkmals" geöffnet

Parkplätze vorhanden, Anreise mit ÖPNV

Geschichte:

Als 1895 Großherzog Friedrich I. von Baden der Ortschaft Hockenheim mit ihren 7.000 Einwohnern die Stadtrechte verleiht, kommt auch alsbald der Wunsch nach einer stadtgemäßen leitungsgebundenen Trinkwasserversorgung auf. Bisher versorgen sich die Bewohner*innen über mehrere öffentliche Brunnen oder private Brunnen auf eigenem Grundstück. Anlaufschwierigkeiten 1899 fasst der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Einrichtung einer leitungsgebunden Wasserversorgung und versucht auch die Nachbargemeinden für dieses große kommunale Vorhaben zu gewinnen. Aber das Projekt ist teuer - ein Aufwand von insgesamt 220 000 Mark ist für Pumpwerk, Wasserturm und Leitungsnetz geplant. Zu teuer: die Nachbargemeinden springen ab. Die Stadt Hockenheim kann 50.000 Mark beisteuern, der Rest muss als Kredit bei der Rheinischen Hypotheken-Bank Mannheim aufgenommen werden. Der Baubeginn verzögert sich um ein Jahrzehnt. Erst auf Drängen des Bezirksamts wird die städtische Wasserversorgung in Angriff genommen. Zwei Jahre Bauzeit 1909 ist Baubeginn des Pumpwerks am Rand des Hardtwaldes, gut zwei Kilometer vom Wasserturm entfernt. 12 Km an Leitungen werden im Ort verlegt und der Wasserturm gebaut. Der allein kostet 61.398 Mark, er wird von der Mannheimer Dyckerhoff und Wittmann AG zu einem Festpreis in moderner Betonbauweise errichtet. 

Gekämmter Putz und Fenster in Kupfer gefasst. Andere Wassertürme sind bisher aus massiven Backsteinmauern. 

Da sticht der weiß verputzte, „gekämmte“ Spargel-Wasserturm deutlich heraus. Tatsächlich löst zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Anbau von Spargel den Hopfen als Hauptverdienstquelle ab. Das gesamte Projekt ist in zwei Jahren 1911 fertiggestellt. In den folgenden Jahren muss das Wassernetz ständig ausgebaut werden, heute umfasst es 90 Kilometer. 1960 wird der Wasserturm renoviert, und bleibt in Betrieb bis 1981. Inzwischen hat sich ein Wasserzweckverband „Südkreis Mannheim“ mit den Gemeinden Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim, Reilingen gebildet, prinzipiell eine alte gute Idee. Außer Betrieb Seit 1981 kommt das Wasser aus dem Gemeinschaftswasserwerk Reilingen mit 7 Brunnen im Lußhardtwald. 

Die Hockenheimer Brunnenanlagen, das Pumpwerk (heute Kultur und Jugendzentrum) und der Wasserturm haben seither wassertechnisch keine Funktion mehr, sie sind aber erhalten. Der Wasserturm ist technisches Denkmal und Veranstaltungsort. 2009 – zur 100 Jahrfeier – noch einmal renoviert, dient er seit 2012 auch für standesamtliche Trauungen. Eigentümer Stadt Hockenheim / Stadtwerke Hockenheim

Preise

Freier Eintritt

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