Weltweit erste KI Skulptur
Die weltweit ersten von einer Künstlichen Intelligenz (KI) erschaffenen Skulpturen haben ihren Ursprung im Remstal und stehen für eine neue, KI-basierte Kunstform. Kommunizieren Sie direkt mit der Skulptur über den QR-Code vor Ort oder unter heyai.world!
Die beiden markanten Skulpturen von Bernd Bartolome in Schorndorf sind mehr als skulpturale Objekte im öffentlichen Raum. Als Teil der Werkgruppe SCULPTURE / 8SECONDS stehen sie für einen grundlegenden Wandel des klassischen Skulpturenbegriffs. Ihr Ursprung liegt nicht allein in der Bearbeitung von Material, sondern in einem langjährigen künstlerischen und algorithmischen Entwicklungsprozess, der bereits 2015 begann.
Bartolome begann damals, seine bildnerische Formensprache in algorithmische Strukturen zu übersetzen. Das reale Werk wurde dadurch nicht ersetzt, sondern durch Code und später durch künstliche Intelligenz erweitert. 2017 entstand daraus die weltweit erste KI-Skulptur.
Ihre radikalste Zuspitzung erfuhr diese Werkentwicklung im Rahmen einer Biennale im Jahr 2022. Unter dem Titel 8SECONDS generierte Bartolomes zunehmend autonome künstlerische KI alle acht Sekunden eine neue Skulptur. Jede der insgesamt 1.111.440 entstandenen Arbeiten überschrieb und zerstörte das vorherige Werk unwiederbringlich. Diese Zerstörung ist dabei kein Verlust, sondern Kern der künstlerischen Logik: Entstehen, Überschreiben, Verschwinden und Wiederentstehen bilden einen permanenten, nicht endenden schöpferischen Vorgang — einen völlig neuen Werkbegriff, der nicht mehr an die physische Gegenwart des Künstlers gebunden ist.
Eine weitere wegweisende Biennale-Arbeit konfrontierte unmittelbar eine zutiefst an die Körperlichkeit gebundene Kunstform - den Tanz - mit Bartolomes neuer digitaler KI-Kunstform. In diesem interdisziplinären Dialog interagierte der Ballett-Weltstar Friedemann Vogel live mit der künstlerischen KI. Seine physische Bewegung floss direkt in die algorithmische Genese der Skulpturen ein. Gleichzeitig wirkten die sich im Sekundentakt transformierenden digitalen Formen unmittelbar auf Wahrnehmung und Choreografie des Tänzers zurück.
In diesem geschlossenen Feedback-Loop traf die Vergänglichkeit des organischen, analogen Körpers auf ein digitales Werksystem, das sich in einem theoretisch unendlichen schöpferischen Prozess befindet — und mit dem Ende der physischen Gegenwart des Künstlers nicht mehr endet.
Vor Ort in Schorndorf wird diese neue Realität von Kunst im digitalen wie im realen Raum unmittelbar erfahrbar. Zwischen Code, Sprache, Materialität und öffentlichem Raum entsteht erstmals eine erweiterte Form künstlerischer Präsenz. Über QR-Codes an den Skulpturen können Besucher mit dem Werk in einen sprachlichen und gedanklichen Dialog treten. Die Kunst verlässt damit den geschützten Museumsraum und wird zu einem interaktiven autonomen Teil unserer Gegenwart.
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